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Welcher Clapton-Draht?

#1 von Xethon , 02.08.2017 13:45

Hallo zusammen,

ich möchte mich nun auch mal ans Wickeln einer Clapton-Coil wagen und habe mich auf die Suche nach einem Draht gemacht. Ich bin dabei auf die GeekVape Drähte gestoßen und bin etwas erschlagen von dem Angebot. Die gibt es ja aus Kanthal- oder Edelstahldraht, dann Standard, Flat oder Twisted mit verschiedenen Drahtstärken und noch Juggernaut oder Caterpillar Ausführung.

Was würdet ihr mir für den Anfang empfehlen? Ich habe erstmal vor eine Single-Coil-Wicklung auf meinem OBS Engine zu machen, da die Dual-Coil ja dazu neigen sehr niederohmig zu werden. Ich freue mich über eure Vorschläge.



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RE: Welcher Clapton-Draht?

#2 von Sternenwolf , 02.08.2017 14:07

Nuja - du solltest dich als erstes entscheiden, ob du Temperatur gesteuert dampfen - oder die Leistung über "Watt" selbst steuern möchtest ... Stainless Steel im ersten Fall - eher Kanthal im zweiten

Natürlich kannst du auch Edelstahl via variabel Watt betreiben. Allerdings hat Edelstahl einen deutlich niedrigeren Widerstand.

Vorab berechnen, was da an Widerstand heraus kommt, kannst du übrigens hier: http://www.steam-engine.org/wirewiz.asp#


 
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RE: Welcher Clapton-Draht?

#3 von Lars-oha , 02.08.2017 14:08

Die suche nach dem richtigen Draht ist echt schwierig. Das ist wie beim Aroma, jeder hat andere Vorlieben. Bevor du jetzt reichlich verschiedene Drahtsorten kaufst, warum nicht erstmal ne Box mit verschiedenen Fertigcoils? So mach ich das gerade. Ich wurde von dem Angebot der zig verschiedenen Drahtsorten auch fast erschlagen. Und da hab ich es jetzt erstmal vorgezogen Fertigcoils zu nehmen. Da gibts für relativ kleines Geld (Ja, teurer als ne Rolle Draht) Boxen mit 6 oder mehr verschiedenen Coils. Zum testen finde ich das ideal.

Und kurz zum OBS Engine. Da hab ich gerade DualCoils drin aus so einer Box. glaube Kanthal A1 24 oder 26 GA mit 1 Ohm und komme somit auf 0,5 Ohm find ich pers. nicht schlecht. Braucht nur 40 bis 50 Watt und spart noch Akku. SIngleCoil zwischen den Pfosten hab ich auch probiert mit nem Staple staggered Fused Clapton mit 0,3 Ohm. War für mich für die Tonne. Wird heiss und knallt und spritzt wie Sau.


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#4 von Xethon , 02.08.2017 14:12

Vielen Dank für eure Antworten. Vorweg: Ich dampfe ausschließlich mit VW und meistens so zwischen 0,3 und 0,5 Ohm.

Die Idee mit den Fertigcoils hört sich gut an, wo hast du die her wenn ich fragen darf?



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RE: Welcher Clapton-Draht?

#5 von Lars-oha , 02.08.2017 14:19

Ich hab die von Amazon. Schimpft sich "Ferris Wheel Coil Box UD". Gibt aber auch ne Box von Demon Killer und noch andere.


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#6 von vapeX , 02.08.2017 15:20

In meine Single Coil Verdampfer Schraube ich nur Claptons ein,
habe da schon einige eingebaut,
mir sagen Fused Claptons am meisten zu,
die erzeugen viel Dampf, und zünden schneller als Alien Claptons,
aber es kommt auch immer auf die Größe an,
wenn du eine kleine Alien Clapton hast, zündet sie auch schneller.

Ich empfehle meinen Freunden immer sich so eine Schachtel mit fertig Coils zu kaufen,
da hat man meist je nach Schachtel 8 unterschiedliche Claptons drin,
mit dieser Größe kommen sie alle auf mehr als 0,4Ohm und springen schnell an und kühlen schnell wieder ab;

kaufe meine immer Einzel bei meinem Shop um die Ecke,
und zahle pro Clapton 0,50Euro.

Geschmacklich ist es da schwer einen Sieger zu küren,
weil sie alle sehr gut schmecken.

Wenn du magst, frag ich morgen mal im Shop wie der Hersteller und das Set heißen.


Liebe Grüße vapeX☺

An die Person, die meine Schuhe versteckt hat, während ich auf der Hüpfburg war: Werd’ erwachsen!😂


 
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RE: Welcher Clapton-Draht?

#7 von Markus Ruf , 02.08.2017 20:19

Ich hab zig verschiedene hier, am liebsten dampfe ich aber normalen Clapton mit 26/32 - egal ob Kanthal oder SS313L.
Hatte jetzt mal Clapton mit Flachdraht als Seele, die sind auch sehr gut.


Gruß Markus


 
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RE: Welcher Clapton-Draht?

#8 von vapeX , 02.08.2017 22:52

Eine Clapton mit Flachdraht drinne, ist eine Alien Clapton,
diese hat einen Flachdraht drinne, und bei großen Aliens hat man durch den dicken Flachdraht,
das Problem, diese auch auf Temperatur zu bringen,
und der glüht noch 5 Minuten nach,
ein echter Liquid Vernichter ,
kleine so groß wie die in meiner Hand, und sie sind gar nicht schlecht,
hab meine Alien gerade im Verdampfer.


Liebe Grüße vapeX☺

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RE: Welcher Clapton-Draht?

#9 von Dampfphönix , 02.08.2017 23:31

Bei weniger Watt so max 30 hatte ich mal eine Clapton im FEV.
Die erste kurze Zeit schmeckt die richtig gut, aber für mich viel zu schnell waren die feinen Zwischenräume zu und die ließen sich auch nicht mehr frei brennen.
Seit dem hab ich keine Clapton mehr verwendet.
Kann sein dass man bei mehr Watt eh nicht schmeckt ob die Zwischenräume zu sind oder nicht, eine Singel Coil mit einfachem Draht und 0,5 Ohm macht doch schon einen kräftigen Dampf,
ist pflegeleicht auszuglühen, heizt nicht nach und verbraucht wegen der geringeren nötigen Leistung auch gut weniger Akku.
Solche Bass-Saiten Drähte selber bauen wäre sicher was tolles, meine handwerklich, aber ob der Aufwand sich für den Geschmack und die nötige Leistung lohnt bezweifele ich.
Im Grunde müsste doch so eine Wendel ein ganzes Jahr im VD bleiben, daher verstehe ich nicht warum da so ein Hype drum gemacht wird. Jeden Tag was neues ausprobieren wo die Tagesform und das Glück größere Faktoren sind als das eine messbare Geschmacksveränderung wäre. Mein Liquid hat bisher immer nur nach Liquid geschmeckt und je höher ich mit der Leistung ging um so mehr war es nur Dampf,
also dafür brauche keine solchen Drähte die in meinen Augen mehr Nachteil als Vorteil haben, zum spielen sind die prima, dafür sind die meiner Meinung nach auch gemacht, spielen ist ja auch was schönes und gesundes, aber zum dampfen und grade wenn es hauptsächlich um den Zigarettenersatz geht, sind diese Drähte genau so unnötig wie Leistungen die 2-4 Akkus brauchen.


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#10 von drdope , 03.08.2017 07:42

Diese mehrdrähtigen Coils haben nicht nur den Vorteil mehr Oberfläche zu bieten (=mehr Liquid/s zu verdampfen --> intensiverer Geschmack),
sondern haben auch diverse Nachteile.
Neben dem höheren Liquidverbrauch, hast du auch je nach "Drahtkomposition" Probleme die Coil initial zu erhitzen, d.h. du brauchst mehr Leistung (höherer Akkudurchsatz).
Auf der anderen Seite brauchst du damit auch mehr Kühlung (AFC muß weiter auf/du mußt schneller und kräftiger ziehen/Dampf wird mit mehr Luft verdünnt) .
Je nach Coil und Leistung bekommst du auch Probleme mit "nachfeuern", sprich nach Ende des Zuges (=ohne aktive Kühlung) verdampft die Coil noch ein paar Sekunden Liquid, bis sie wieder runter gekühlt ist.
Letzteres ist speziell bei Verdampfern mit Buttom-Airflow ein Problem "Kondensatsiffen aus der AFC".

Im reinen Watt-Modus ist so eine Coil (imho) immer ein Kompromiss -> Leistung/Akkuverbrauch/Kühlung/Geschmack/Zugverhalten.

Ich z.B. dampfe DTL, mag aber trotzdem dem einen relativ straffen Zug und präferiere eher kühlen, dichten Dampf.
Abhilfe schafft mir da eine programmierbare Leistungskurve -> initial kurz viel Leistung fahren, um die Coil auf Temp zu bekommen.
Dann die Leistung soweit zurücknehmen, um den Dampf zwecks Kühlung nicht mit "überflüssiger Luft" verdünnen zu müssen,
aber die Coil trotzdem noch auf ausreichend Temperatur zu halten.

Wenn du Lust hast mit Coils zu experimentieren -> mach das!
So eine Fertigcoilbox ist da für den Anfang nicht verkehrt...

Wenn man Bock drauf hat, kann man solche Coils auch selbst herstellen.
Wenn du die Coildrähte selbst herstellst, kannst du die Drahtseele und den Manteldraht/die Manteldrähte selber wählen.
Damit hast z.B. direkten Einfluß auf das Aufheiz- und Abkühlverhalten der Coil, den Gesamtwiderstand und die Coilgröße sowie deren Einbauposition.

Die Masterfrage bei einem SWV ist doch -> was willst du?


 
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zuletzt bearbeitet 03.08.2017 | Top

RE: Welcher Clapton-Draht?

#11 von vapeX , 03.08.2017 13:44

Schaue mir auch seit Tagen Videos bzw. Tutorials zum Thema Draht selber Herstellen an,
und das ganze sieht gar nicht so schwer aus,
hier wird zB. eine normale Clapton hergestellt;
https://youtu.be/R7mvM_RK8GM
Echt super erklärt, und Er zeigt auch noch mit welcher Konstruktion er den inneren Draht auf Position hält.

Bin auch schon auf der Suche nach einer billigen Akku Bohrmaschine,
die muss ja nichts leisten außer sich im Kreis drehen
.


Liebe Grüße vapeX☺

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RE: Welcher Clapton-Draht?

#12 von Weißbrot , 03.08.2017 15:32

Zitat von vapeX im Beitrag #8
Eine Clapton mit Flachdraht drinne, ist eine Alien Clapton,
diese hat einen Flachdraht drinne, und bei großen Aliens hat man durch den dicken Flachdraht,
das Problem, diese auch auf Temperatur zu bringen,
und der glüht noch 5 Minuten nach,
ein echter Liquid Vernichter ,
kleine so groß wie die in meiner Hand, und sie sind gar nicht schlecht,
hab meine Alien gerade im Verdampfer.




Eine Clapton mit Flachdraht als Kern wird oft als Flat Clapton bezeichnet. Eine Alien Coil ist ursprünglich eine Wicklung mit 3 Kernen und einem Mantel, der ein Wellenmuster bildet. Das wird dadurch erreicht, indem man normalen Claptondraht herstellt, den Mantel dann vom Kern zieht, dehnt und in der entgegengesetzten Richtung wieder um 3 Kerne legt. Vorteil bei der Alien ist, dass sie unglaublich schnell auf Temperatur kommt. Der Rest ist eigentlich nur Ästhetik

Zitat von vapeX im Beitrag #11
Schaue mir auch seit Tagen Videos bzw. Tutorials zum Thema Draht selber Herstellen an,
und das ganze sieht gar nicht so schwer aus,
hier wird zB. eine normale Clapton hergestellt;
https://youtu.be/R7mvM_RK8GM
Echt super erklärt, und Er zeigt auch noch mit welcher Konstruktion er den inneren Draht auf Position hält.

Bin auch schon auf der Suche nach einer billigen Akku Bohrmaschine,
die muss ja nichts leisten außer sich im Kreis drehen
.




Ja, Teddy hat ein paar gute Tutorials. Ich hab ursprünglich auch die Spritzentechnik ausprobiert, die funktioniert aber nur bei normalen Claptons gut und ich wollte aber Fused Claptons, da die nicht so träge sind. Dann hab ich aber den Daedalus von Avidartisan gefunden. Einfacher kann man komplexe Wicklungen nicht machen. Die komplexeste Wicklung, die ich damit automatisiert habe ist eine Framed Staple Coil, sprich vertikal gestapelter Flachdraht mit einem Runddraht Rahmen und das ganze dann ummantelt. Ist extrem niederohmig als Dualcoil und eher eine Spielerei, macht aber Wolken ohne Ende und liefert einen erstaunlich guten Geschmack . Als Singlecoil könnte die ziemlich viel Spaß machen, aber ich hab leider (noch) kein Singlecoil Tröpfler
Generell gilt beim Herstellen von eigenen Drähten: So lange probieren, bis es klappt. Manches sieht zwar einfach aus, kommt einem dann aber unglaublich schwer vor wenn man es dann wirklich versucht. Und sobald man es einmal geschafft hat denkt man sich wieder dass das ja gar nicht so schwer war. So geht es mir zumindest bei den Aliens
Als weiteren Tipp kann ich dir noch das mitgeben: Den Mantel von Claptons jeglicher Art nicht zu dick wählen! Meistens haben die fertigen Claptons eine Mantelstärke von 0,2mm, was für meinen Geschmack schon viel zu dick ist. Dickerer Manteldraht macht die Wicklung nur unnötig träge und neigt zum Spritzen. Ich habe mich da bei 0,06-0,12mm eingefahren je nach Wicklung, wobei 0,06mm als Mantel schon ziemlich schwierig zu verarbeiten ist und ich nur bei Aliens auf die 0,12mm zurückgreife um einen etwas stabileren Mantel zu bekommen. 0,1mm ist meiner Meinung nach das Optimum für normale Claptons und Fused Claptons, da der sich relativ leicht verarbeiten lässt und noch robust genug ist um nicht bei jeder Gelegenheit zu reißen
Was auch noch interessant sein könnte sind die verschiedenen Materialien, die du verwenden kannst. Ich verwende als Mantel immer NiCr, da das die Aufheizzeit im Gegensatz zu Kanthal verringert. Als Kerndrähte verwende ich fast immer Kanthal um nicht zu niederohmig zu wickeln, aber auch NiCr als Kern kann manchmal von Vorteil sein, wenn man für mechanische Akkuträger wickeln will


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#13 von vapeX , 03.08.2017 17:48

Hi Weißbrot, das ließt sich echt gut, den Daedalus von Avidartisan kannte ich noch nicht,
sieht aber interessant aus.

Mir würde für den Anfang auch schon eine normale Clapton ausreichen.

Ich finde die Fused Clapton auch gut,
die dünnen inneren Drähte kommen viel schneller auf Temperatur als mit dicken Flachdrähten,
nutze im Alttag eigentlich keine Trägen Coils,
manchmal wenn ich einen neuen Verdampfer hab,
baue ich zum experimentieren auch mal richtig fette Coils ein,
aber für den Alltag nerven träge Coils nur.

Mir fehlt auch ein ordentlicher Single Coil RDA, bin noch am schwanken ob ich den Pulse RDA oder den Govad RDA beides von Vandy Cape nehmen soll,
beides tolle Single Coil RDAs,
der Govad RDA wird sogar von manchen YouTubern aus den USA, schon für den "besten RDA des Jahres 2017" gehalten,
https://youtu.be/1_KMBAH5_4c
Ich genieße so Videos immer mit Vorsicht,
wir haben erst Mitte des Jahres, der weiß was da noch kommt,
ich finde die Airflow vom Pulse richtig gut,
vielleicht Kauf ich beide, bevor ich mich gar nicht entscheide.

Kaufst du jetzt überhaupt noch fertige Wicklungen?

Und wieviele innen Drähte hatte deine Framed Staple Coil?


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#14 von Weißbrot , 04.08.2017 01:22

Rip Trippers ist immer mit Vorsicht zu genießen
Trotzdem sind der Govad und der Pulse sehr interessant, die müsste ich mal irgendwo testen wenn möglich. Ich bin schon lange am überlegen, ob ich mir den Pharaoh holen soll, da der genau für solche großen Coils gemacht ist, vorerst reicht mir aber mein Goon auch wenn der ein wenig zu wenig Luft hat im Singlecoilbetrieb

Der Daedalus ist wirklich ein geiles Gerät. Am Anfang war ich leicht skeptisch ob ich das Teil wirklich brauche, aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass das eine meiner sinnvollsten Anschaffungen war, da ich Draht in Massen machen kann in einer Zeit in der ich per Hand nur eine Wicklung fertig bekommen würde. Und trotzdem mache ich noch einiges von Hand. Einfach weil es Spaß macht und der Daedalus Motor im Gegensatz zu Akkuschraubern oder Bohrmaschinen auch schön langsam laufen kann, sodass man sich bei komplexeren Wicklungen schön auf das Konzentrieren kann was macht und so die Fehler, die man macht schneller sieht und einfacher korrigieren kann

Ich habe mir bis auf meine erste Rolle Clapton Draht noch nie fertige Wicklungen gekauft. Der Draht hat mir vom Geschmack her gefallen, von der Performance her aber nicht (Extremes Spritzen und sehr träge wie in meinerm ersten Post beschrieben), also hab ich gleich damit angefangen mir meine Wicklungen selbst zu machen. Mittlerweile haben sich so ziemlich alle gängigen Drahtsorten in Stärken von 0,06mm bis 0,4mm in meiner Draht Box angesammelt

Meine Framed Staple mache ich mit 4 Flachdrähten, da ich sie erstens mit mehr Drähten nicht mehr automatisieren könnte (vermutlich schon, aber nicht so einfach) und zweitens um nicht zu niederohmig zu wickeln. 2x0,32 Kanthal als Frame und 4x0,4*0,1 Kanthal kommt mit 5,5 Windungen um 2,5mm auf ca 0,12 Ohm, was nicht unbedingt sein muss. Mein Sweetspot liegt bei ca 0,2 Ohm und ~100 Watt. Die Leistung nur ungefähr geschätzt, da ich die Surric XR verwende und daher kein Display habe
Mit 0,3*0,1 Kanthal dürfte ich dann ungefähr auf 0,2 Ohm kommen. Da hab ich aber nur eine 4,5 Windungen Singlecoil testen können, weil ich die ohne Daedalus gemacht hab und sich in der Hälfte vom Draht die Flachdrähte verdreht haben

Falls du soweit bist, dass du dir komplexere Coils zutraust kannst du mal eine meiner Lieblingscoils ausprobieren: Eine Helix aus einer Fused Clapton mit 2x0,2 Kern und 0,06 Mantel verdrillt mit 0,4 oder einer Clapton aus 0,32 Kern und 0,06 Mantel und dann in die Zwischenräume 2x0,12 verdrillt, alles aus NiCr80. Ist ein Haufen Arbeit, lohnt sich aber meiner Meinung nach, da die Wicklung dank den dünnen Drähten unglaublich schnell anspringt und einen besseren Geschmack liefert als Fused Claptons. Ist zwar nicht um Welten besser, macht aber bei manchen Liquids trotzdem einen sehr großen Unterschied

Falls du möchtest kann ich dir bei meiner nächsten Wickelsession ein paar Videos machen, oder dir sogar ein paar Drähte zum Testen Schicken. Kannst mich ja einfach anschreiben falls du Interesse hast. Ansonsten einfach her mit den Fragen


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#15 von drdope , 05.08.2017 07:28

Moin, wo wir gerade beim Thema Coils und Drähte sind...

Hat jemand von euch mal irgendwelche komplexeren "Custom Handmade-Coils" getestet?
Ob selbst gewickelt oder gekauft ist erst mal egal...

Ich hatte letztens mit meinem Cousin über das Thema Coils diskutiert und einfach mal frech behauptet,
daß maschinell gefertigte Coils in der Theorie eine höhere Fertigungsqualität haben müßten.
Das Gegenargument meines Cousins war, daß dem zwar theoretisch so ist, aber auf der anderen Seite 0815-China-Fertigcoils
oftmals nicht sonderlich durchdacht sind bezogen auf deren Drahtauswahl/-komposition.
Bei Handmade-Coils aus der hiesigen Modder-Szene bekommt (angeblich?) besser aufeinander abgestimmte Drahtkompositionen,
weil selbige von Leuten erstellt werden, die selbst leidenschaftliche Dampfer sind und tiefer in der Materie stecken...

Ggf könnte ja mal einer der "Coil-Bauer" hier darlegen, welche Gedanken er sich beim erstellen einer Coil so macht.
Mega-Cool/-Interessant wäre es, wenn von euch mal jemand hier:
--> http://www.steam-engine.org/wirewiz.html#
am Beispiel einer "Clapton-Coil" aufzeigen könnte, was man da konkret gut und schlecht machen kann.


 
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RE: Welcher Clapton-Draht?

#16 von Weißbrot , 05.08.2017 16:22

Moin @drdope
Ich mache wie du vielleicht gelesen hast die ganzen komplexeren Wicklungen selbst. Zum Teil automatisiert, wenn die Zeit und Geduld fehlt das per Hand zu machen, aber zum Teil auch noch wirklich per Hand, wenn ich mal wirklich viel Zeit dafür habe. Ich habe auch schon einige maschinell gefertigte Coils gesehen und muss daher genau das Gegenteil behaupten. Gute, handgemachte Coils sind um einiges besser "verarbeitet" als der ganze Einheitsbrei an Fertigcoils. Maschinell gefertigte Coils sind zwar genauso gleichmäßig gewickelt wie handgefertigte, jedoch hat die Maschine den Nachteil, dass sie Drähte nur bis zu einem gewissen Grad verarbeiten kann. Das heißt handgemachte Coils können um einiges Komplexer sein und trotzdem aussehen als wären sie maschinell gefertigt

In die Fertigungsqualität beziehe ich jetzt aber auch mal die Wahl der Drähte ein. Als einfaches Beispiel nehme ich hier mal eine Fused Clapton. Die ist nicht wirklich komplex, aber es sind Welten unterschied zwischen den verschiedenen Coils. Als kurze Erklärung zur Fused Clapton: Eine Fused Clapton ist eine Wicklung aus 2 Kerndrähten, die parallel liegen und dann mit einem dünneren Mantel umwickelt werden

Als Beispiel für die maschinell gefertigten Coils hält hier mal die Fused Clapton von Coilart hin. Specs zu der Coil sind folgende: 2x28ga Kern und 32ga Mantel, also 0,32er Kern und 0,2er Mantel beides Kanthal A1. Der Aufbau klingt für den Laien erstmal gut und die Wicklung sieht auf den ersten Blick auch sehr gut verarbeitet aus, also warum nicht kaufen und einbauen?

Die Wicklung hat zwei grundlegende Probleme:
Erstens: Es ist gar keine Fused Clapton, sondern eine "twisted" Clapton, da die Maschine nicht verhindern kann, dass sich die Kerndrähte beim ummanteln verdrillen. Das passiert auch bei handgemachten Fused Claptons, jedoch nicht so extrem. Zusätzlich wird das hinterher beim Wickeln ausgeglichen, indem der Draht wieder parallel gedrückt wird, was bei der maschinell gefertigten Wicklung nicht passiert. Dadurch verliert man an Drahtoberfläche, die die Watte berührt, was zu einem schlechteren Nachfluss innerhalb der Wicklung führt. Sprich ein Teil des Drahtes bleibt einfach trocken beim feuern, was eigentlich nicht passieren dürfte
Zweitens: Der Mantel. Wie ich schon weiter oben geschrieben hab ist ein 0,2er Mantel extrem träge und neigt zum Spritzen. Bei einer Fused Clapton kommt das noch stärker zur Geltung, da die Wicklung dann unglaublich heiß wird, wenn sie mal auf Touren kommt und niemand will so heiße Liquidspritzer auf der Zunge... Das hab ich auch auf die harte Tour lernen müssen Ein weiteres Problem am Mantel ist das Material. Kanthal ist zwar schön und gut, aber als Mantel mehr oder weniger unbrauchbar, da NiCr80 die Anheizzeit der Wicklung verkürzt

Im Endeffekt heißt das, dass die Wicklung aus den gleichen Drahtstärken, aber anderen Drahtsorten schon ein bisschen besser sein wird. Wählt man jetzt den Mantel nochmal dünner macht das die Wicklung fast perfekt
Die in meinen Augen ideale Fused Clapton besteht aus zwei wirklich parallelen Dräten als Kern, wobei da das Material und die Stärke nur an den angestrebten Widerstandsbereich angepasst werden muss und einem NiCr80 Mantel zwischen 0,06 und 0,1mm. Ich für meinen Teil nehme gerne 0,4er Kanthal als Kern, da ich da mit 6,5 Windungen ganz knapp über 0,2 Ohm rauskomme als Dualcoil. Wenn ich jetzt aber für mechanische Akkuträger wickel greife ich zu 0,32er NiCr80 und mache nur 5,5 Windungen, da ich mit dem Draht eine geringere Masse pro Coil erreiche bei ungefähr gleichem Widerstand

Alles in Allem heißt das, dass man als Coil Bauer die Masse der Wicklung und die Drahteigenschaften zu seinem Vorteil nutzen kann und so jede Wicklung auf seine Vorlieben anpassen kann. Das ist das gleiche wie bei speziell für einen Zweck entwickelte Geräte. Eine Waschmaschine, die gleichzeitig als Trockner fungiert wird nicht so gut waschen und trocknen wie eine Waschmaschine und ein Trockner zusammen. Ist vielleicht ein komisches Beispiel, aber ich glaube es ist klar worauf ich hinaus will

Im übrigen nutze ich die Steam Engine auch um neue Wicklungen zu planen, da man da fast alles in der Theorie ausprobieren kann. Da ich aber mittlerweile wieder beim geregelten Dampfen angekommen bin schaue ich da eher nur noch auf den Widerstand, aber du kannst mal mit den Beispielen, die ich genannt habe rumspielen und dir die Werte anschauen. Wenn ich die Wicklung, die ich genannt habe optimiere komme ich auf ca die Hälfte der Masse, was die Performance extrem verbessert, was ich auch in der Praxis getestet habe

Tl;dr:
Maschinell gefertigte Coils sind wenig durchdacht und dadurch in einigen Einsatzbereichen nicht so gut geeignet wie handgemachte. Dementsprechend liefern handgemachte Coils eine viel bessere Performance


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#17 von drdope , 06.08.2017 07:47

Danke für die ausführliche Antwort!

Ich frag mal ganz provokativ!
Könnte man nicht einfach bessere Draht-Wickel-Maschinen bauen, um die Qualität einer "manuellen Wicklung" zu erreichen?
Wenn diese Maschine dann noch jemand bedient/programmiert, der weiss was er da gerade macht...
:D

Ich hätte jetzt aus dem Bauch raus gesagt, daß die ganzen "Fertig-Coils" allesamt Maschinen entstammen die ursprünglich nie dazu gebaut wurden Coildrähte herzustellen.


 
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RE: Welcher Clapton-Draht?

#18 von Weißbrot , 07.08.2017 15:59

Das is eine gute Frage... Ich kenne mich mit Maschinen überhaupt nicht aus, aber es wäre glaube ich theoretisch möglich. Wirklich schwer ist die Automatisierung dafür nicht, das mache ich ja zuhause ja auch ohne großen Aufwand. Die Frage ist nur ob sich das lohnen würde


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#19 von drdope , 08.08.2017 08:18

Ich bin auch kein Maschinenbauer, sondern Krankenpfleger...und hobbymäßig sehr EDV-Affin.
Kann man sich heutzutage nicht so eine kleine "Custom-Wickelmaschine" am Rechner per CAD designen und per 3D-Druck herstellen (lassen)?
Was kostet so was?
Für die Ansteuerung der fertigen "Wickelmaschine" sollte ein Rasperry Pi locker ausreichen...

Wenn man das mal komplett durchdenkt, wäre das vermutlich ein cooles Kickstarter-Projekt.
:D


 
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zuletzt bearbeitet 08.08.2017 | Top

RE: Welcher Clapton-Draht?

#20 von Weißbrot , 08.08.2017 20:36

So einen Aufwand brauch man sich noch nicht mal machen, man nimmt einfach den Daedalus von Avidartisan und probiert ein bisschen rum. Ich habs geschafft damit eine Framed Staple zu automatisieren, eine gewisse Geduld bei der Vorbereitung ist aber muss :D
Fused Claptons, Claptons und Staple Coils sind natürlich auch ohne Probleme möglich. Aliens muss man leider immer noch manuell machen, sind damit aber auch nicht wirklich schwer. Bei Mohawks und Corrugated builds wird dann die Automatisierung aber ziemlich unmöglich


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RE: Welcher Clapton-Draht?

#21 von ogsmokie , 22.08.2017 18:41

Ahhh, dankeschön Weißbrot, für die Weiterleitung.

ich kann mir gut vorstellen, das im Moment nur Maschinen benutzt werden, die auch die Seilknüpfer verwenden. Viel zu grob das ganze.
Um es kurz zu machen, - vor vielen Jahren hatte ich einen speziellen "*Elektroniker Drahtdreher*" in der Hand, der speziell dafür gemacht ist, einen Haardünnen Draht um ein festeres Metall stramm drumherum zuwickeln. Sobald ich den Namen/Produkt wieder finde, schreib ich sofort hier rein.
Ganz einfacher Federmechanismus zum festhalten des Metalls, und ne seitenöffnung die den Wickeldraht führt. Eigentlich ideal für jede Art von Umwicklung.

Scheint als wenn es nichts nützt,ich muss wohl oder übel selbst meine Wicklungen machen


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